2050 – Cultures of Living -Wohnmodelle der Zukunft für Europa und Indien

Laufzeit: 2008-2010

Team: Erich Lehner, Ulrike Herbig

Organisation: TransUrban

Finanzierung: Europäische Union, Education and Culture DG, Culture Programme

Projektbeschreibung:
Angesichts des rasanten gesellschaftlichen Wandels weltweit scheinen die meisten tradierten Wohnmodelle überholt. Bis ins 20. Jahrhundert ging man im Wohnbau noch von Bewohnern aus, die in Familien strukturiert oft lebenslang am gleichen Ort arbeiteten und wohnten. Die aktuellen Umwälzungen in der Bevölkerungsstruktur (Geburtenrate, Lebenserwartung, Migration etc.), in der Arbeitswelt und in den sozialen Beziehungen (insbesondere die veränderte Rolle der Frau) schaffen aber – im europäischen ebenso wie im südasiatischen Raum – neue Lebensformen, die veränderte Wohnbedürfnisse zur Folge haben und somit neue Wohnformen und -kulturen erfordern. Nach wie vor ungeklärt ist allerdings, wie künftige Wohnkulturen im globalisierten 21. Jahrhundert funktionieren werden, wie und ob sie noch eine präzise materielle Form entwickeln werden, und wie sich diese auf die Gestalt der städtischen Agglomerationen der Zukunft auswirken werden.

Welchen Beitrag können Architektur, Design, Angewandte Kunst und Urbanismus für ein zeitgemäßes humanes Wohnen leisten? Welche Wechselwirkungen wird es zwischen neuen Wohnkulturen und den Städten mit ihren regional spezifischen Stadtkulturen geben?

Diese zentralen Fragen bilden den Ausgangspunkt des geplanten interdisziplinären Projekts (Architektur, Interieur-Design, Städtebau etc.), das durch die transkulturelle Analyse und Reflexion europäischen und indischen Wohnens erste Antworten auf bzw. Visionen für diese globale Herausforderung erbringen soll. Bewusst sind daher auch Experten und Kulturschaffende aus Europa und dem – kulturell und sozioökonomisch ebenso heterogenen – indischen Subkontinent für dieses Vorhaben vorgesehen, zumal sich die wesentlichen Parameter dieser Thematik inzwischen weltweit gleichen: Armut herrscht heute (obgleich auf anderem Niveau) auch in (Ost-)Europa – und Suburbanisierung ist mittlerweile auch in Indien ein Thema.

Im Detail sollen folgende Fragen behandelt werden:

  • In wie weit können die traditionellen Wohnkulturen Europas und Indiens zukünftigen Bedürfnissen entsprechend transformiert werden?
  • Welches Potential für die Entwicklung zukunftstauglicher Wohnformen bieten europäische und indische Städte mit ihrer oft Jahrhunderte alten regional spezifischen Prägung?
  • Welche Ansprüche stellen neue zukünftige Wohnkulturen an das Interieur?
  • Wie wird in Zukunft das Zusammenleben von alten und jungen Leuten gestaltet werden?
  • Mit welchen Ansätzen in Architektur, Design und Ökonomie können für die ärmsten Schichten der Gesellschaft neue Wohnformen entwickelt werden?
  • In wie weit können ökologische Architektur und Öko-Design Antworten auf neue zukünftige Bedürfnisse (Umweltschutz, Klimatisierung etc.) geben?
  • An welchen Qualitätsmerkmalen (Naturbezug, Nachbarschaftlichkeit, Leistbarkeit etc.) werden sich künftige Wohnmodelle orientieren?