Bautechnik der Gründerzeit – Das Hochbauwissen um 1900

Bautechnik der Gründerzeit
Projektzeitraum: seit 2013
Projektleitung: Ao. Univ. Prof. Dipl.-Ing. Dr. techn. Caroline JÄGER-KLEIN, TU-Wien, Architekturgeschichte
Univ. Prof. Dipl.-Ing. Dr. techn. Andreas KOLBITSCH, TU-Wien, Konstruktiver Ingenieurbau
Projektfinanzierung Eigenprojekt

Projektinhalt:

Um 1900 konstituiert sich an der damaligen k.k. Technischen Hochschule in Wien ein Verein namens „Der Bauconstructeur“, um das gesammelte Hochbauwissen der facheinschlägigen Professoren an der heutigen TU-Wien zu publizieren. In Form von großen, querformatigen Tafeln, zu Mappen zusammengestellt, werden im mit Hochbau überschriebenen ersten Teil sowohl die Hochbau-Konstruktionen für die Bauingenieure wie die Gebäudelehre für die Architekten als Musterpläne herausgebracht. Jeder der damaligen Professoren und Dozenten steuerte aus seinem Fundus zu den Tafeln bei, die Professor August Prokop, dem die Lehrkanzel Hochbau I (Constructions- und Gebäudelehre) unterstand, gemeinsam mit Ingenieur Hermann Daub, als „Constructeur der Lehrkanzel“ am Titelblatt bezeichnet, herausbrachten. Neben Prokop, seit 1892 Nachfolger von Moritz Wappler auf der weithin berühmten Lehrkanzel Joseph Stummers von Traunfels, und Daub steuerten Christian Ulrich (Professor für Utilitätskunde an der Technischen Hochschule Wien), die Stummer-Schüler Edmund Stix und Johann Wist, beide Professoren am Lemberger Polytechnikum, sowie die Konstrukteure Hermann Riewel und August Hanisch Wissen und Zeichnungen bei. Aus dem Nachlass von August Sicardsburg bringt sein Büronachfolger Gustav Gugitz ebenfalls diverse Mappenblätter mit ein.

Mit dem vorliegenden Forschungsprojekt von Jäger-Klein (Baugeschichtlicher Hintergrund) und Kolbitsch (Konstruktive Anmerkungen) wird vorerst der erste Teil, die Hochbau-Konstruktionen des Kompendiums, kommentiert und neu editiert, um dieses versammelte Hochbauwissen der Gründerzeit allen mit Umbauten und Sanierungen der gründerzeitlichen Bausubstanz befassten Fachleuten wieder zugänglich zu machen. Selbstverständlich wäre für die Architekturgeschichte der Gebäudelehre-Teil der weitaus ergiebigere, aber der thematische Schwerpunkt muss für das oben skizzierten Unterfangen in den Hochbau-Konstruktionen liegen, auch wenn so manche ergänzende architektur- und baugeschichtliche Zusatz-Anmerkung als unabdingbar erschient.

Mayerhofgasse 11 Balkenlagen: Pensionsinst-KK-Staatsbahnen, Mayerhofgasse
Historische Fotografie der Rotunde Grundriss der Rotunde

Abgeschlossene Diplomarbeit im Zusammenhang:
Marvin Mühlberger, Bautechnische Abbildungswerke von 1800 bis 1900, TU-Wien, 2015