Enwicklung einer Anthropological Pre-Design Study (APD-Study) in Ladakh/N-Indien

Laufzeit: 2000-2002
Leitung: Andrea Rieger-Jandl
Team: Andrea Rieger-Jandl, Erich Lehner

Kooperationspartner:
Institut für Kultur- und Sozialanthropologie, Universität Wien
Ladakh Ecological Development Group (LEDeG), Ladakh
Ladakh Environment and Health Organization (LEHO), Ladakh

Teilfinanzierung: Technische Universität Wien & Universität Wien

Ziel dieses Forschungsprojektes war die Entwicklung einer neuen methodischen Herangehensweise zur Erhebung von Planungsvoraussetzungen in Entwicklungsländern. Erhebungsmethoden wie Fragebögen, narrative oder strukturierte Interviews sowie teilnehmende Beobachtung wurden in erster Linie der Disziplin der Anthropologie entliehen und für Forschungszwecke in der Architektur adaptiert. Die neue entwickelte Methode einer APD-Study (Anthropological Pre-Design-Study) sollte dazu beitragen, näher auf die Bedürfnisse und Erwartungen zukünftiger NutzerInnen bei Bauprojekten in sog. Entwicklungsländern einzugehen. Die neue Methode wurde in Form einer anthropologischen Feldstudie in Ladakh/N-Indien erstmals implementiert. Überlokale Einflüsse haben in Ladakh in den vergangenen 30-40 Jahren zu extrem raschen sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Veränderungsprozessen geführt, die sich dementsprechend auf die die Architektur und die Siedlungstätigkeit auswirken. Durch die Implementierung einer APD-Studie wurde eine Fülle von Daten gesammelt, deren Evaluierung einen umfassenden Überblick über die herrschenden Planungsvoraussetzungen vermittelt und eine Reihe von Anhaltspunkten für die Konzeption und Planungsarbeit weiterer Projekte liefern kann. Dadurch sollte ein befriedigerendes Ergebnis für die zukünftigen NutzerInnen von Siedlungsprojekten gesichert und die Akzeptanz der Bauten gesteigert werden.

Gerade in Regionen wie Ladakh, die über ein reiches kulturelles Erbe und bedeutende Architekturtraditionen verfügen, wird die Gradwanderung zwischen der Bewahrung traditioneller Elemente und der Einführung technischer Innovation für PlanerInnen zu einer schwierigen Herausforderung. Wie verantwortungsvoll von zukünftigen PlanerInnen mit dieser Aufgabe umgegangen wird hängt nicht zuletzt von der exakten Analyse der spezifischen regionalen Situation und einer sensitiven Herangehensweise gegenüber den Bedürfnissen der NutzerInnen ab. Die vorliegende Forschungsarbeit zeigt, dass eine anthropologische Herangehensweise viel dazu beitragen kann, grundlegende Fragen bereits im Vorfeld der Planungsphase zu klären und ein „Vorbeiplanen“ an den zukünftigen BewohnerInnen zu verhindern.

Buchpublikation: Living Culture in the Himalayas – Anthropological Guidelines for Building in Developing Countries
http://www.amazon.de/Living-Culture-Himalayas-Andrea-Rieger-Jandl/dp/3851149386/ref=sr_1_4?ie=UTF8&s=books&qid=1221037343&sr=8-4