Laserscanning des Viaduktes über den hinteren Adlitzgraben

Adlitzgrabenviadukt Nord-West Ansicht
Laufzeit
Jänner – August 2009

Projekt-Finanzierung
ÖBB-Infrastruktur  Aktiengesellschaft, Stab Forschung & Entwicklung

Projektbeschreibung
Die Semmeringbahn zählt seit 1998 zu den UNESCO Weltkulturerbestätten. Das 41 km lange, zentrale Teilstück der Südbahnstrecke wurde in den Jahren 1848 bis 1854 gebaut und stellt für diese Zeit ein einzigartiges und bahnbrechendes Beispiel an Ingenieurskunst dar.

Das Fachgebiet baugeschichte :: bauforschung der TU Wien arbeitet im Rahmen eines Pilotprojekts  an der Dokumentation des Viaduktes über den hinteren Adlitzgraben. Im Vordergrund steht im ersten Schritt die Aufnahme von terrestrischen Laserscanning Daten. Diese werden mit vorhandenen Airborne Laser Scanning Daten verknüpft, um beide Laserscantechnologien zu vergleichen und um hybride, informative Datensätze zu erstellen. Zusätzlich werden in unterschiedlichen Archiven bauhistorisch relevante Informationen, Bilder und Pläne erhoben. Zur umfassenden Darstellung des Bauwerks an der Semmeringbahn, dessen Baugeschichte und in Hinblick auf ein mögliches Monitoringkonzept von denkmalgeschützen Bauten werden die unterschiedlich verfügbaren Daten in ein 4D Informationssystem zusammengeführt. Dieses Informationssystem dient zur Verknüpfung der terrestrische und Airborne Laser Scanner Daten mit den baugeschichtlichen Informationen und zur allgemeinverständlichen Visualisierung und Präsentation.

An Hand des  Pilotprojekts werden die Machbarkeit sowie der Kosten- und Zeitaufwand analysiert. Als Testobjekt wurde wegen der relativ einfachen Zugänglichkeit und der überschaubaren Größe das untere Adlitzgrabenviadukt des Weltkulturerbes Semmeringbahn ausgewählt.

Die Brücken der Semmeringbahn mussten im Laufe der Zeit an die neuen Erfordernisse der Bahnstrecke angepasst werden. Besonders das Viadukt im unteren Adlitzgraben erfuhr schon bald nach seiner Errichtung deutliche Veränderungen. Eine Kombination aus schwierigen Bodenverhältnissen und der unterschätzen Auswirkung der Fliehkräfte auf das Bauwerk erforderte eine Verstärkung der Konstruktion.

Nicht alle Veränderungen der Viadukte sind so markant. Durch die moderne Dokumentation und die Verknüpfung mit historischen Dokumenten wird ein Teil der  Geschichte der Semmeringbahn neu erlebbar gemacht.

Projekt-Team

Fachbereich Baugeschichte::Bauforschung:

  • Prof. Dr. Marina Döring-Williams, Projektleitung,
  • Dr. Ulrike Herbig, Projektkoordination, Filmaufnahmen
  • Dipl.-Ing. Irmengard Mayer, Laserscanning Aufnahme und Bearbeitung
  • Mathias Ganspöck, Laserscanning Aufnahme und Bearbeitung

Institut für Architekturwissenschaften:

  • Ass.Prof. Dipl.-Ing. Dr.techn. Peter Ferschin, 4D Informationssystem
  • Mag. Iman Kulitz, 4D Informationssystem