Qiz Qalasi, Baku, Aserbaidschan

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Projektzeitraum: seit 2011
Projektleitung: Marina Döring-Williams
Projektfinanzierung: Atelier Erich Pummer
Projektteam: Luise Albrecht, Arthur Benesch, Marina Döring-Williams, Markus Gesierich, Irmengard Mayer, Thomas Mitterecker, Marvin Mühlberger
Projektpartner: Atominstitut TU Wien

Bis heute ist umstritten, welchen genauen Zweck das Bauwerk „Qiz Qalasi“ oder zu deutsch Jungfrauenturm in Baku, Aserbaidschan erfüllen sollte. Auf den ersten Blick handelt es sich hierbei um einen wehrhaften Rundturm von ca. 30m Höhe an der einstigen Stadtmauer gelegen. Ob er jedoch wirklich bloße Wehraufgaben innehatte, wird bei genauerer Betrachtung zweifelhaft. Einige Aspekte des Baus scheinen dahingehend nicht nur nicht optimiert zu sein, sondern deuten auf andere Funktionen hin. Im Zuge der Restaurierung des Turm unter der Leitung von Erich Pummer wurde die TU beauftragt unter anderem dieser Frage auf den Grund zu gehen.

Die Vermessung des Qiz Qalasi erfolgte bereits 2009 mittels terrestrischem 3D-Laserscanner. Mit dem Arbeitsaufwand von 4 Tagen und 64 Scanpositionen wurde der gesamte Turm aufgenommen.

Erst 2011 folgte das eigentliche Forschungsprojekt. Es umfasste neben der Erstellung formtreuer Pläne auf Basis der Laserscans eine detaillierte Analyse des Mauerwerks. Dabei wurden auch Gesteins- und Mörtelproben entnommen, um sie im Atominstitut der TU Wien untersuchen zu lassen. Damit konnte neben der Zusammensetzung des Materials auch der Bauzeitraum bestimmt werden – ein wichtiges Indiz, um auf die Nutzung des Turmes schließen zu können. Es entstanden zudem Abwicklungen und steingenaue Kartierungen der gesamten Wandoberfläche, sowohl innen als auch außen und ein 3D-Modell, anhand dessen aufgrund der Befundlage Rekonstruktionen erstellt werden konnten.

Das Projekt wurde im Sommer 2014 abgeschlossen, die dazugehörige Publikation befindet sich noch in der Ausarbeitung.