The Current Situation of Ger Area in Ulaanbaatar City (Mongolei)

Laufzeit: seit 2007

Leitung: Erich Lehner

Team: Ferenc Zámolyi, Martin Summer, Karin Stieldorf, Hermann Mückler, Angela Lehner-Wieternik, Gabriele Weichart

Kooperationspartner:
Mongolian University for Science and Technology, Ulaanbaatar /Mongolei
Institut für Kultur- und Sozialanthropologie der Universität Wien

Teilfinanzierung:
Eurasia Pacific Uninet

Projektbeschreibung:
Seit Jahrtausenden wird die mongolische Steppe von Hirtennomaden bevölkert, die mit ihrem Vieh die zentralasiatischen Steppen durchziehen. Seit den letzten Jahrzehnten beginnt sich hier jedoch eine drastische Veränderung der Lebensweise abzuzeichnen: Immer mehr Mongolen siedeln sich in Städten an. Heute ist bereits etwa ein Drittel der Einwohner der Mongolei im urbanen Umraum sesshaft geworden. Daraus entstehen nicht nur einschneidende Probleme für das Sozialverhalten, sondern auch schwere Umweltschäden und gravierende Versorgungsprobleme. Die schlimmste Situation weisen die sogenannten Ger Districts auf, die sich während der vergangenen Jahrzehnte im Umfeld der Hauptstadt Ulaanbaatar durch den exzessiven Zuzug ehemaliger Nomadenfamilien gebildet haben und immer noch im Wachstum begriffen sind.
Eines der Hauptprobleme, das sich in der Mongolei dem Übergang zur sesshafte Lebensweise entgegenstellt, wurzelt im Fehlen einer indigenen Bautradition stationärer Architekturtypen, mit Ausnahme von Sakralbauten und Klöstern, die jedoch nach chinesischen und tibetischen Vorbildern errichtet worden waren. In der Vergangenheit hatten die Mongolen nur einen einzigen Bautyp entwickelt und ihn zu absoluter Perfektion optimiert: Die Jurte (mongolisch: Ger), die sich als nationales Symbol kultureller Identität etabliert hat. So perfekt das Ger der nomadischen Lebensweise angepasst ist, so wenig taugt es jedoch als stationäres Bauwerk. Dessen ungeachtet besteht ein Großteil der Bauten im Ger Distrikt Ulaanbaatars aus Jurten; ihre Anzahl wird auf etwa hunderttausend geschätzt.
Das Projekt „The Current Situation of Ger Area in Ulaanbaatar City“ dokumentiert und analysiert die bauliche und städteplanerische Situation im Umfeld der Hauptstadt und erarbeitet Vorschläge zur Verbesserung der derzeitigen Lage. Dafür wurde gemeinsam mit der Mongolian University of Science and Technology ein internationales Symposium in Ulaanbaatar abgehalten, es wurde eine gemeinsame Erhebung vor Ort mit österreichischen und mongolischen Experten und Studierenden der Disziplinen Architektur und Kultur- u. Sozialanthropologie durchgeführt, sowie eine Exkursion mit den Studierenden der TU Wien und der Universität Wien in die mongolische Steppe unternommen, um die ursprünglichen Bedingungen zu erfahren, unter denen sich der Bautyp Ger (Jurte) zu bewähren hatte.
Eine Publikation dieser Untersuchungen ist derzeit in Vorbereitung.

Link:
http://baugeschichte.tuwien.ac.at/zf/mongol/index.htm