TRADITIONELLE ARCHITEKTUR IN IRAN

Veranstaltungsbild
  • Zeit: 22.04.2004, 18:30 bis 20:00
  • Ort: HS 14A Hauptgebäude der TU Wien am Karlsplatz 13, 3. Stiege, 3. Stock

DI Hubert FEIGLSTORFER

TRADITIONELLE ARCHITEKTUR IN IRAN

Die jahrtausendealte Baugeschichte Persiens birgt in ihrer heutigen Ausformung eine grandiose Fülle an erhaltenen und belebten Baukulturgütern. Die noch bestehenden traditionellen Bauformen wurzeln zu einem wesentlichen Teil in der islamischen Tradition des nahen und mittleren Ostens, darüber hinaus jedoch auch in ganz uniquen, regionsspezifischen Architektursprachen.
Bemerkenswert sind sowohl Entwicklungen im Städtebau oder Wohnbau, beispielweise im Umgang mit offenen und geschlossenen Räumen, wie auch die Handhabung von ariden klimatischen Verhältnissen und eine für die Lebenszwecke optimale Anpassung der Behausungen in Form, Technik und Material.
Die Verwendung des Baustoffes Lehm, in gebranntem wie auch in ungebranntem Zustand zählt in Persien besonders in wüstennahen Gegenden, erstaunlicherweise aber auch in manchen bergigen niederschlagsreicheren Regionen, noch heute zu den gängigen und meisterhaft eingesetzten Baustoffen.
Manche der Bautraditionen, wie die Herstellung von kunstvollen Ziegelverbänden im Gewölbebereich, gehören zunehmends der Baugeschichte an. Auch die Verwendung des Baustoffes Lehm ist auf Grund von Ersatzbaustoffen wie gebrannten Ziegeln oder Beton im Abnehmen begriffen, was zu einer intensiveren Beschäftigung im Sinne des Verstehens und der Dokumentation aufruft, um noch bestehende Traditionen zumindest festzuhalten.
Dieser Vortrag ist eine Zusammenstellung aus Aufnahmen meiner Studienreise in Begleitung einer persischen Architektin und einer Analyse von publiziertem wissenschaftlichem Material, welches mir erfreulicherweise zum Teil von Persern übersetzt werden konnte. Meine Beschäftigung mit diesem Thema sehe ich als einen Versuch der Dokumentation und Vermittlung von Bautraditionen im inhaltlich formalen Kontext.“