VORTRAG – Der Altar in der Vitrine – Anmerkungen zu den Musei dell’Ara Pacis in Rom

Veranstaltungsbild
  • Zeit: 10.05.2010, 18:00 bis 20:00
  • Ort: Kuppelsaal der TU Wien, Stiege 1, 4.Stock

Vortragender: Prof. Dr.-Ing. Klaus Tragbar

Als das faschistische Italien 1938 den 2.000 Geburtstag des Kaisers Augustus feierte, sollte auch dessen Erbe zeitgemäß – und propagandistisch wirksam – präsentiert werden: Das Mausoleum des Augustus wurde freigestellt und städtebaulich neu gefasst, die von ihm gestiftete Ara Pacis wurde rekonstruiert und mit einem Schutzbau versehen – leider nicht an ihrem ursprünglichen Standort, sondern am Tiberufer neben dem Mausoleum. Architekt des Schutzbaues war Vittorio Ballio Morpurgo, der einen rundum verglasten und mit Oberlichtern versehenen, vitrinenartigen Bau entwarf. Umbauten während und nach dem 2. Weltkrieg sowie mangelnde Pflege beeinträchtigten den Zustand des recht niedrigen Baues, so dass 1996 der US-amerikanische Architekt Richard Meier den Auftrag für einen Neubau an gleicher Stelle erhielt. Sein Bau ergänzt das Konzept Morpurgos und entwickelt es mit einer zeitgenössischen architektonischen Formensprache weiter, ist aber wegen dieser Formensprache heftig umstritten.

Der Vortrag betrachtet die Genese beider Bauten und ihren Umgang mit der Ara Pacis und fasst die politisch brisante Diskussion um den Neubau zusammen.

Dieser Vortrag kann als Lehrveranstaltung angerechnet werden.

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