{"id":3182,"date":"2018-12-07T09:29:00","date_gmt":"2018-12-07T08:29:00","guid":{"rendered":"http:\/\/baugeschichte.tuwien.ac.at\/website\/?p=3182"},"modified":"2021-04-07T09:36:57","modified_gmt":"2021-04-07T07:36:57","slug":"global-lokal-glokal","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/baugeschichte.tuwien.ac.at\/website\/global-lokal-glokal\/","title":{"rendered":"Global \u2022 Lokal \u2022 Glokal"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Editorial im Magazin &#8220;kunst und kirche&#8221; Ausgabe 4.2018<\/h2>\n\n\n\n<p>Negar Hakim und Anna Minta<\/p>\n\n\n<p>Die weltweite, rasch zunehmende Vernetzung der Menschen und die internationalen Verbindungen von Kulturen, Religionen und politischen Institutionen in den letzten Jahrzehnten ver\u00e4nderten die Wertvorstellung der Gesellschaften. Das Lokale und das Globale sind nicht mehr Gegens\u00e4tze, sondern sie werden als sich vielf\u00e4ltig durchdringende Ebenen betrachtet und als Facetten der Globalisierung gesehen. Seit den 1990er Jahren haben WissenschaftlerInnen unterschiedlicher Disziplinen, darunter vor allem der Soziologe Roland Robertson, den Begriff glocality im Bedeutungsumfang erweitert, um die lokalen Diversifizierungen der Globalisierung zu beschreiben. Glokalisierung zielt auf die Verankerung des Globalen im Lokalen und Regionalen sowie des Lokalen respektive Regionalen im Globalen. Mittlerweile ist Glokalit\u00e4t kein ausschlie\u00dflich theoretisches Konzept mehr. Sie wird zunehmend als eine internationale Realit\u00e4t angesehen.<\/p>\n<p>Mit dem Beginn der Moderne wurden Architektur und Kunst immer universaler und auf globale \u00dcbertragbarkeit ausgerichtet. Zahlreiche VertreterInnen der Moderne forderten eine Befreiung von lokalen, nationalen und auch historischen Bindungen aller Art und propagierten eine neue Internationalit\u00e4t. Der Bauhaus-Direktor Walter Gropius beschwor 1925 in seiner Internationalen Architektur, den \u201eWille[n] zur Entwicklung eines einheitlichen Weltbildes\u201c. F\u00fcr die Architektur verlangte er \u201edie Objektivierung von Pers\u00f6nlichem und Nationalem\u201c sowie die \u201eBeschr\u00e4nkung auf typische Grundformen und ihre Reihung und Wiederholung\u201c, mit der Absicht, \u201eabsolute Gestalt\u201c zu erlangen. Noch bevor der Soziologe Shmuel Eisenstadt im Jahr 2000 den Begriff der multiple modernities f\u00fcr die Vielfalt der Modernen einf\u00fchrte, stellten WissenschaftlerInnen die Frage, ob Regionen und ihre BewohnerInnen ihre kulturelle Identit\u00e4t und Vergangenheit tats\u00e4chlich aufgeben oder aufgeben m\u00fcssen, um einem normativen Konzept von Modernisierung zu folgen. Oder k\u00f6nnten mit einem gestalterischen Dialog zwischen verorteter und tradierter Kultur einerseits und universaler Lebensformen andererseits ebenfalls regionale Traditionen erhalten und zukunftstaugliche fortgef\u00fchrt werden? Hierf\u00fcr sind kulturelles Wissen und ein Gesp\u00fcr f\u00fcr die Vielfalt und die Dynamik von Kulturen notwendig.<\/p>\n<p>Wie die Gegens\u00e4tze von globaler Vernetzung, lokaler und kultureller Vielfalt ausbalanciert werden, zeigen die Beitr\u00e4ge zum Architektur- und Kunstschaffen in unterschiedlichen geografischen Regionen der Welt. Im Zentrum stehen vielf\u00e4ltige Strategien der Auseinandersetzung mit Identit\u00e4tsfragen und dem sogenannten Global Contemporary. Dabei werden die Schwierigkeiten einer Balance zwischen Tradition und globaler Erwartungshaltung deutlich.<\/p>\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/www.kunstundkirche.com\">kunst und kirche<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Editorial im Magazin &#8220;kunst und kirche&#8221; Ausgabe 4.2018 Negar Hakim und Anna Minta Die weltweite, rasch zunehmende Vernetzung der Menschen und die internationalen Verbindungen von Kulturen, Religionen und politischen Institutionen in den letzten Jahrzehnten ver\u00e4nderten die Wertvorstellung der Gesellschaften. 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