{"id":3448,"date":"2006-04-28T10:27:00","date_gmt":"2006-04-28T08:27:00","guid":{"rendered":"http:\/\/baugeschichte.tuwien.ac.at\/website\/?p=3448"},"modified":"2023-11-08T14:00:28","modified_gmt":"2023-11-08T13:00:28","slug":"die-domitilla-katakombe-in-rom","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/baugeschichte.tuwien.ac.at\/website\/die-domitilla-katakombe-in-rom\/","title":{"rendered":"Die Domitilla-Katakombe in Rom"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Arch\u00e4ologie, Architektur und Kunstgeschichte einer sp\u00e4tantiken Nekropole<\/h2>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p>Mit ihren rund 15km langen Galerieg\u00e4ngen und \u00fcber 80 Fresko-Malereien geh\u00f6rt die Domitilla-Katakombe zu den gr\u00f6\u00dften und bekanntesten fr\u00fchchristlichen Grabst\u00e4tten in Rom. In Zeiten intensivster Bestattungst\u00e4tigkeit im 3. bis 5. Jahrhundert n. Chr. haben hier nicht nur rund 75.000 Menschen ihre letzte Ruhe gefunden; die Reichsten unter ihnen haben sich ihre individuell gestalteten Grabr\u00e4ume verputzen, bemalen oder \u00fcber die Gestaltung von den oberirdischen Architekturen entlehnten Raumkonstellationen reich ausstatten lassen. <\/p>\n\n\n\n<p>Bis in das 8. Jahrhundert hinein wurden die r\u00f6mischen Katakomben noch als Pilgerst\u00e4tten regelm\u00e4\u00dfig frequentiert, im Fr\u00fchmittelalter gerieten sie in Vergessenheit. Erst nach ihrer Wiederentdeckung im 16. Jahrhundert und einer ersten umfangreichen Dokumentationst\u00e4tigkeit durch Antonio Bosio f\u00fchrte ein neu erwachtes Interesse an den unterirdischen Friedh\u00f6fen nach und nach zu ihrer arch\u00e4ologischen und geschichtlichen Erschlie\u00dfung. Trotz der nunmehr fast 400 Jahre w\u00e4hrenden Erforschung der fr\u00fchchristlichen Grabst\u00e4tten Roms ist die Domitilla-Katakombe aber \u2013 und das ist symptomatisch f\u00fcr die meisten Grabst\u00e4tten dieser Art \u2013 in ihrer Gesamtheit und arch\u00e4ologischen Vielfalt weder ersch\u00f6pfend untersucht noch in ihrer architektonisch-r\u00e4umlichen Komplexit\u00e4t ausreichend pr\u00e4zise und vollst\u00e4ndig dokumentiert.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-dots\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p>Das seit 2006 von Arch\u00e4ologen und Architekten betriebene Forschungsprojekt hat es sich zum Ziel gesetzt, mit Hilfe neuester Mess- und Dokumentationstechniken erstmalig zu einer die 3. Raumdimension einschlie\u00dfenden Gesamtdokumentation der Domitilla-Katakombe zu gelangen. Mit dieser kann den Forschern unterschiedlicher Disziplinen ein zeitgem\u00e4\u00dfes Werkzeug an die Hand gegeben werden, welches die Bearbeitung aktueller wissenschaftlicher Fragestellungen in Zukunft vom Schreibtisch aus erm\u00f6glichen und die notwendigen Katakombenbesuche auf wenige Kontrollg\u00e4nge beschr\u00e4nken wird. Grundlage der Dokumentation ist eine Tachymetrie-gest\u00fctzte Aufnahme aller zug\u00e4nglichen Bereiche mit Hilfe eines 3D-Laserscanners und einer digitalen Kamera.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach Abschluss der Messarbeiten zu Beginn des Jahres 2009 ist auf diese Weise bereits ein die gesamte Katakombe abbildendes, aus rund 2000 Scan-Positionen bestehendes und mit Echtfarben texturiertes 3D-Abbild des unterirdischen Gangsystems entstanden. Hauptfokus der ersten drei Jahre des Projekts war aber die Untersuchung und Dokumentation der Wandmalereien der Katakombe mit Hilfe von farbigen 3D-Modellen, deren Ergebnis in Form eines Repertoriums ver\u00f6ffentlicht werden wird. <\/p>\n\n\n\n<p>Die auf dem Weg dahin notwendigen Entwicklungsschritte in der Anwendung von kombinierten Technologien des 3D-Scannings und der Photogrammetrie zur Dokumentation von Katakomben-Umgebungen haben \u2013 als Nebenprodukt \u2013 zu einer substanziellen Verbesserung der arch\u00e4ologischen Dokumentationsmethode gef\u00fchrt. Sie lassen erwarten, dass die im Rahmen des Projekts erprobte Vorgehensweisen Vorbildfunktion f\u00fcr zuk\u00fcnftige Katakomben-Untersuchungen haben und schlussendlich einen neuen Standard in der Dokumentation darstellen werden. Nach Abschluss dieses ersten Projektzieles wird sich die Forschung in der zweiten H\u00e4lfte des Projektzeitraums dann st\u00e4rker der arch\u00e4ologischen und bauhistorischen Untersuchung des Katakomben-Organismus zuwenden. <\/p>\n\n\n\n<p>Geplant ist, in der Zusammenschau von Forschungsergebnissen aus den Spezialgebieten Malerei, Inschriften und historischer Bauforschung zu einer neuen Gesamtsicht auf die r\u00e4umlich-zeitliche Entwicklung der Katakombe zu gelangen. So soll der Prozess der Entstehung und Entwicklung der Katakombe von den fr\u00fchen heidnischen und christlichen Kernbereichen \u00fcber ihr Zusammenwachsen zu einer die fr\u00fchen Kultst\u00e4tten einschlie\u00dfenden unterirdischen Totenstadt bis hin zu dem gro\u00dfen Pilgerzentrum der unterirdischen Basilika der hl. Nereus und Achilleus anschaulich werden.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Ver\u00f6ffentlichungen (Auswahl)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>A. Abdelhafiz \u2013 G. E\u00dfer \u2013 I. Mayer \u2013 N. Zimmermann, \u201cGenerating a photo realistic virtual model for the large Domitilla-Catacomb in Rome\u201d, 9th Conference on Optical 3-D Measurement Techniques, Technische Universit\u00e4t Wien, 1.- 3. Juli 2009<\/li>\n\n\n\n<li>G. E\u00dfer \u2013 I. Mayer, \u201c3d-geometry and 3d-texture. Documenting early-Christian wall paintings at the Domitilla Catacomb in Rome.\u201d 12. International Congress \u201cCultural Heritage and New Technologies\u201d Workshop \u201eArch\u00e4ologie &amp; Computer\u201d, Rathaus der Stadt Wien, 5.-7.Nov. 2007, Veranstalter: Magistrat der Stadt Wien \u2013 Magistratsabteilung 7 \u2013 Referat \u201eKulturelles Erbe\u201d \u2013 Stadtarch\u00e4ologie, Vortrag erscheint als CD-Publikation im gleichnamigen Tagungsband<\/li>\n\n\n\n<li>G. E\u00dfer, \u201cLaserScan and PhotoTexture. Documentation Strategies at the Domitilla Catacomb in Rome\u201d, Summer School in Conservation and Restoration of Monumental and Archaeological Sites, University of Rome\u201d Tor Vergata\u201d, 29. September 2007<\/li>\n\n\n\n<li>G. E\u00dfer \u2013 N. Zimmermann, \u201cShowing the Invisible \u2013 Documentation and Research on the Roman Domitilla Catacomb based on Image-Laser-Scanning and 3D-Modelling\u201d 35th Annual Conference of Computer Applications and Quantative Methods in Archaeology (CAA) \u201cLayers of Perception\u201d Berlin, 2.-6. April 2007, Veranstalter: German Archaeological Institute, Interdisciplinary Centre for the Study of the Ancient World, Berlin State Museums, CAA Germany, erschienen in den gleichnamigen Proceedings, R\u00f6misch-Germanische Kommission, Frankfurt A.M. und Eurasien-Abteilung Berlin des Deutschen Arch\u00e4ologischen Instituts, Kolloquien zur Vor- und Fr\u00fchgeschichte, Band 10, Bonn 2008, S. 58-64<\/li>\n\n\n\n<li>G. E\u00dfer \u2013 N. Zimmermann, \u201eSTART-Projekt \u2018Domitilla\u00b4. Dokumentation und Erforschung einer r\u00f6mischen Katakombe mittels Laserscanning\u201e 19. Juni 2006, Symposium \u201e3D \u2013 LASER SCANNING\u201d, Technische Universit\u00e4t Wien, TUW-ILScan Center of Competence<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Arch\u00e4ologie, Architektur und Kunstgeschichte einer sp\u00e4tantiken Nekropole Mit ihren rund 15km langen Galerieg\u00e4ngen und \u00fcber 80 Fresko-Malereien geh\u00f6rt die Domitilla-Katakombe zu den gr\u00f6\u00dften und bekanntesten fr\u00fchchristlichen Grabst\u00e4tten in Rom. In Zeiten intensivster Bestattungst\u00e4tigkeit im 3. bis 5. Jahrhundert n. 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