{"id":3568,"date":"2003-05-03T12:23:00","date_gmt":"2003-05-03T10:23:00","guid":{"rendered":"http:\/\/baugeschichte.tuwien.ac.at\/website\/?p=3568"},"modified":"2022-10-03T14:10:11","modified_gmt":"2022-10-03T12:10:11","slug":"solar-town-ladakh","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/baugeschichte.tuwien.ac.at\/website\/solar-town-ladakh\/","title":{"rendered":"Solar Town Ladakh"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Solar Town Ladakh<\/h2>\n\n\n\n<p>Das Projekt \u201cSolar Town\u201d besch\u00e4ftigt sich mit Konzeptionen, Technologietransfer und Implementierungsvorschl\u00e4gen f\u00fcr eine Solarsiedlung in Ladakh (Jammu und Kashmir, Indien). Aufgrund der Vielfalt und Diversit\u00e4t der aufgeworfenen Fragestellungen wurde eine interdisziplin\u00e4re Kooperation zwischen Architekten, Ethnologen und Energie-Experten initiiert. Bei erfolgreicher Umsetzung sollte die Solar Town ein Vorzeigebeispiel f\u00fcr viele Entwicklungsprojekte werden, die sich mit der derzeit weltweit akuten Problematik der Stadterweiterung, Energie- und Umweltfragen und den damit verbundenen Ver\u00e4nderungsprozessen in der Bev\u00f6lkerung auseinandersetzen.<br>Das Projekt \u201cNima Ling\u201d (Nima = Sonne, Ling = Hochebene), eine \u201cSolar Town\u201d f\u00fcr insgesamt ca. 5000 Einwohner, sollte an einem 9 km au\u00dferhalb der ladakhischen Hauptstadt Leh gelegenen Ort verwirklicht werden. Der Bauplatz von 68,5 ha Gr\u00f6\u00dfe besteht aus leicht absch\u00fcssigem Gletscher-Schwemmland mit s\u00fcdwestlicher Orientierung. Das Landst\u00fcck befindet sich zwischen den D\u00f6rfern Saboo im Norden und Choglamsar im S\u00fcden. Die zuk\u00fcnftigen Bewohner der \u201cSolar Town\u201d sollten sowohl tibetische Fl\u00fcchtlinge sein, als auch Ladakhis, die von den D\u00f6rfern in die Stadt ziehen, um dort Arbeit zu suchen. Das Land wurde auf Grundlage eines vom B\u00fcro Sanjay Prakash (Delhi) erstellten Masterplans bereits parzelliert.<\/p>\n\n\n\n<p><br>Das Grundkonzept der \u201cSolar Town\u201d sieht den Hausbau durch die Besitzer selbst vor, so wie dies auch in den vielen der in den letzten Jahren entstandenen Housing Colonies rund um Leh geschehen ist. Nach einer ethnologischen Feldstudie vor Ort ist die Zufriedenheit der Bewohner selbstgebauter Siedlungsh\u00e4user wesentlich h\u00f6her als in den von der Regierung zur Verf\u00fcgung gestellten Wohnanlagen. Gewisse Vorgaben, Einschr\u00e4nkungen, infrastrukturelle und organisatorische Ma\u00dfnahmen sollten die Lebensqualit\u00e4t der \u201cSolar Town\u201d jedoch gegen\u00fcber herk\u00f6mmlicher Siedlungen in gro\u00dfem Ma\u00dfe anheben.<br>Die erste und wichtigste Bauma\u00dfnahme sollte ein sogenanntes Building- and Energy Center sein, welches das Zentrum der \u201cSolar Town\u201d und den zuk\u00fcnftigen Bewohnern nicht nur solare Ma\u00dfnahmen sowie angepasste und sinnvolle Bautechniken in Form von Musterh\u00e4usern vor Augen f\u00fchrt, sondern auch ein Platz f\u00fcr Informationsaustausch, f\u00fcr Schulungen und Seminare, f\u00fcr die Ausbildung von Bauarbeitern, sowie eine Koordinationsstelle f\u00fcr Siedlungsvertreter und eine Vergabestelle f\u00fcr F\u00f6rderungen und Mikrokredite sein soll. Die Qualit\u00e4t und Organisation dieses Building Centers wird schlie\u00dflich f\u00fcr die erfolgreiche Umsetzung des gesamten Konzeptes verantwortlich sein. Hierbei spielen sowohl technische als auch ethnologische, soziale und \u00f6konomische Fragestellungen eine entscheidende Rolle. Nur ein ausgewogenes Zusammenspiel aller dieser \u00dcberlegungen kann eine erfolgreiche Umsetzung von Ideen garantieren.<br>Anhand dieses Projektes bietet sich die lange \u00fcberf\u00e4llige Gelegenheit, die Disziplin der Architektur n\u00e4her mit der Ethnologie zusammenzuf\u00fchren. Die Zusammenarbeit anhand eines ganz konkreten Projektes sollte nicht nur ein pr\u00e4sentables Ergebnis liefern, sondern in weiterer Folge einen Start f\u00fcr zuk\u00fcnftige und dauerhafte Kooperationen in verschiedensten Bereichen darstellen, sowohl auf wissenschaftlicher als auch auf praktischer Ebene.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Exkursion<\/strong><br>Vor-Ort-Analyse mit Studierenden der Studienrichtungen Architektur sowie Kultur- und Sozialanthropologie in Ladakh \/Indien<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Entwerfen<\/strong><br>Vorschl\u00e4ge f\u00fcr die Umsetzung der Siedlung wurden erarbeitet, wobei das Spektrum der Entwurfsarbeiten von der Entwicklung speziell angepasster Bautechnologien bis zur Konzeption von \u00f6ffentlichen Geb\u00e4uden und Wohnh\u00e4usern reichte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ausstellungen<\/strong><br>Aus den im Zuge des Entwurfsprogramms im SS 2001 erarbeiteten Vorschl\u00e4gen f\u00fcr die Umsetzung der Siedlung entstanden zwei Ausstellungen mit dem Titel \u201cHimalayan Future: Land, Mensch, Architektur\u201d:<br>2. Juli 2002 im Haus der Architektur, Klagenfurt<br>1. April 2003 im Regierungsviertel, St. P\u00f6lten<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ausstellungskatalog<\/strong><br>\u201cHimalayan Future: Land, Mensch, Architektur\u201d<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Solar Town Ladakh Das Projekt \u201cSolar Town\u201d besch\u00e4ftigt sich mit Konzeptionen, Technologietransfer und Implementierungsvorschl\u00e4gen f\u00fcr eine Solarsiedlung in Ladakh (Jammu und Kashmir, Indien). Aufgrund der Vielfalt und Diversit\u00e4t der aufgeworfenen Fragestellungen wurde eine interdisziplin\u00e4re Kooperation zwischen Architekten, Ethnologen und Energie-Experten initiiert. 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