{"id":7106,"date":"2023-07-25T11:25:18","date_gmt":"2023-07-25T09:25:18","guid":{"rendered":"http:\/\/baugeschichte.tuwien.ac.at\/website\/?p=7106"},"modified":"2023-07-25T11:32:56","modified_gmt":"2023-07-25T09:32:56","slug":"lehm-als-werkstoff-fur-larmschutzwande","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/baugeschichte.tuwien.ac.at\/website\/lehm-als-werkstoff-fur-larmschutzwande\/","title":{"rendered":"Lehm als Werkstoff <br>f\u00fcr L\u00e4rmschutzw\u00e4nde"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"interreligiose-interkulturelle-architektur\">L\u00e4rmschutzw\u00e4nde (LSW) sind L\u00e4rmschutzvorrichtungen, die die unmittelbare \u00dcbertragung des vom Verkehr ausgehenden Luftschalls hemmen. L\u00e4rmschutzw\u00e4nde bestehen derzeit aus sehr energieintensiven Materialien, wie Beton, Glas, Aluminium impr\u00e4gniertem Holz, Kunststoffen oder Ziegelsteinen. Neben den hohen Kosten und dem hohen Energieaufwand bei der Herstellung ist ein Recyclingprozess bei Ersatz oder R\u00fcckbau nur selten m\u00f6glich. Hier gilt es, preiswerte und zukunftsf\u00e4hige Alternativen zu entwickeln. Das Material Lehm kann mit seinem geringen Prim\u00e4renergiebedarf, der regionalen Verf\u00fcgbarkeit und der vollst\u00e4ndigen Recycling- bzw. R\u00fcckf\u00fchrbarkeit eine gewinnbringende Alternative darstellen.<\/h2>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Hintergrund<\/h2>\n\n\n\n<p>L\u00e4rmschutzw\u00e4nde werden bislang aus Materialien (unter anderem Beton, Glas, Aluminium) gefertigt, die viel Energieeinsatz ben\u00f6tigen und hohe Kosten verursachen. Au\u00dferdem ist es oft schwierig, W\u00e4nde aus solchen Materialen r\u00fcckzubauen oder zu ersetzen. Preiswerte, nachhaltige und zukunftsf\u00e4hige Alternativen sind daher dringend gesucht. Lehm kann eine derartige Alternative sein, denn er vereint mehrere Vorteile. Er hat einen geringen Prim\u00e4renergiebedarf, ist regional verf\u00fcgbar, vollst\u00e4ndig recyclebar und seine por\u00f6se Oberfl\u00e4che machen ihn zu einem optimalen Schallschutz. Dar\u00fcber hinaus f\u00e4llt er in gro\u00dfen Mengen als Aushubmaterial im Bahn- und Stra\u00dfenbau an. Statt ihn aufw\u00e4ndig zu entsorgen kann er daher anderweitig genutzt werden.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Projektinhalt<\/h2>\n\n\n\n<p>Verschiedene Lehmbautechniken haben eine lange Tradition weltweit. Versuche Lehm f\u00fcr den Bau von L\u00e4rmschutzw\u00e4nden zu verwenden sind allerdings rar und beschr\u00e4nkten sich bislang auf Konzepte f\u00fcr Autobahnen. Die wenigen Erfahrungen lassen sich jedoch nur zum Teil auf den Schienenverkehr \u00fcbertragen, denn L\u00e4rmschutzw\u00e4nde f\u00fcr die Bahn weisen andere Anforderungen als Autobahnen auf. Dies betrifft nicht nur Materialeigenschaften und physikalische Wirkgr\u00f6\u00dfen wie zum Beispiel die dynamische Belastungen durch Druck-Sog-Wirkungen, die Erm\u00fcdungswirksamkeit der W\u00e4nde und Resonanzeffekte, sondern auch rechtliche Aspekte wie Bemessungsvorgaben, Normen und Richtlinien zu den akustischen Eigenschaften und Standsicherheit. Zu Lehm-L\u00e4rmschutzw\u00e4nde im Schienenverkehr wurde bislang wenig geforscht. Mit diesem Sondierungsprojekt soll sich das aber \u00e4ndern.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ziele<\/h2>\n\n\n\n<p>Ma\u00dfnahmen, die zu einer nachhaltigeren Nutzung von Ressourcen f\u00fchren, sind dringend geboten. Der Bahnsektor bildet hier keine Ausnahme und hat sich hohe Ziele gesetzt. Bis Ende 2040 m\u00f6chte er vollst\u00e4ndig klimaneutral sein. Um das erreichen, ist es notwendig, neue Wege zu beschreiten und in vielen Bereichen zu optimieren. Mehr Nachhaltigkeit bei der Produktion von L\u00e4rmschutzw\u00e4nden zu erreichen, indem die konventionellen Baumaterialen durch Lehm ersetzt werden, ist \u00fcbergeordnetes Ziel dieses Projekts. Daraus ergeben sich folgende Forschungsfragen:<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:10px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Welche Lehmbautechniken eignen sich f\u00fcr Schallschutzw\u00e4nde (Wellerlehm, Stampflehm, Lehmziegel, Earthbags, Leichtlehm, Lehmverbundbaustoffe)?<\/li>\n\n\n\n<li>Gibt es \u00f6kologische Synergien in der Materialbeschaffung? Kann das Aushubmaterial Lehm, das oft entsorgt wird, als Baumaterial dienen?<\/li>\n\n\n\n<li>Welchen dynamischen Belastungen muss eine L\u00e4rmschutzwand standhalten?<\/li>\n\n\n\n<li>Wie gut funktioniert Lehm als Material f\u00fcr die Luftschalld\u00e4mmung und Schallabsorption?<\/li>\n\n\n\n<li>Wie gut schneidet das Material in einer Life-Cycle-Analyse im Vergleich zu herk\u00f6mmlichen Schallschutzw\u00e4nden ab?<\/li>\n\n\n\n<li>K\u00f6nnen Lehm-Schallschutzw\u00e4nde zum Erhalt der Biodiversit\u00e4t beitragen?<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Methodik<\/h2>\n\n\n\n<p>Das Projektteam pr\u00fcft verschiedenen Varianten des Baustoffs auf Best\u00e4ndigkeit gegen verschiedene Lasten und \u00e4u\u00dfere Einfl\u00fcsse. Das umfasst beispielsweise (dynamische) Belastungen, die durch vorbeifahrende Z\u00fcge, durch Windeinwirkung, durch den Aufprall von Steinen oder infolge von Schneer\u00e4umungen entstehen. Des Weiteren untersuchen wir die \u00d6kobilanz und die Lebenszykluskosten. Die \u00d6kobilanz schlie\u00dft den gesamten Material- und Energieverbrauch, die Prozessemissionen sowie das GWP (Global Warming Potential) ein. Die Auswirkungen auf die Biodiversit\u00e4t und das Potenzial vom Lehm als \u201enat\u00fcrliches\u201c Material, das sich gut in den Naturraum einf\u00fcgt, erfahren ebenfalls gro\u00dfe Ber\u00fccksichtigung. Aus den Lebenszykluskosten l\u00e4sst sich die Wirtschaftlichkeit von Lehm als Baumaterial f\u00fcr L\u00e4rmschutzw\u00e4nde ermitteln und seine Vor- und Nachteile im Vergleich zu konventionellen Materialen k\u00f6nnen klar dargestellt werden.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ergebnis<\/h2>\n\n\n\n<p>Das Projekt erm\u00f6glicht den Projektbeteiligten eine Vorreiterrolle bei der Etablierung von nachhaltigen L\u00e4rmschutzw\u00e4nden aus Lehm einzunehmen. Es werden Methoden der Herstellung verglichen und Tests durchgef\u00fchrt, um die optimale Materialzusammensetzung zu ermitteln. Die Untersuchungen behalten das Gesamtsystem und das Zusammenspiel verschiedenster Faktoren im Blick und r\u00e4umen Aspekten wie Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit, und Umweltvertr\u00e4glichkeit einen gro\u00dfen Stellenwert ein. Insgesamt liefert das Projekt einen wichtigen Beitrag auf dem Weg zur Klimaneutralit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:10px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Links \/ Source:<br><\/strong><a href=\"http:\/\/prohabitat-arj.at\/erdbewegung\/\">AUSTRIA Applied <\/a><a href=\"http:\/\/prohabitat-arj.at\/laermschutzwaende\/\">Research <\/a><a href=\"http:\/\/prohabitat-arj.at\/erdbewegung\/\">&#8211; Prohabitat<\/a><br><a href=\"https:\/\/research.fhstp.ac.at\/projekte\/lewelas-lehm-als-werkstoff-fuer-laermschutzwaende-im-system-bahn\">Research FH St.P\u00f6lten<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>L\u00e4rmschutzw\u00e4nde (LSW) sind L\u00e4rmschutzvorrichtungen, die die unmittelbare \u00dcbertragung des vom Verkehr ausgehenden Luftschalls hemmen. L\u00e4rmschutzw\u00e4nde bestehen derzeit aus sehr energieintensiven Materialien, wie Beton, Glas, Aluminium impr\u00e4gniertem Holz, Kunststoffen oder Ziegelsteinen. Neben den hohen Kosten und dem hohen Energieaufwand bei der Herstellung ist ein Recyclingprozess bei Ersatz oder R\u00fcckbau nur selten m\u00f6glich. Hier gilt es, preiswerte [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":7123,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[7],"tags":[41,66],"class_list":["post-7106","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuell","tag-bauforschung","tag-osterreich"],"acf":[],"rttpg_featured_image_url":{"full":["http:\/\/baugeschichte.tuwien.ac.at\/website\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/clay_07-1-scaled.jpg",2560,1443,false],"landscape":["http:\/\/baugeschichte.tuwien.ac.at\/website\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/clay_07-1-scaled.jpg",2560,1443,false],"portraits":["http:\/\/baugeschichte.tuwien.ac.at\/website\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/clay_07-1-scaled.jpg",2560,1443,false],"thumbnail":["http:\/\/baugeschichte.tuwien.ac.at\/website\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/clay_07-1-150x150.jpg",150,150,true],"medium":["http:\/\/baugeschichte.tuwien.ac.at\/website\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/clay_07-1-300x169.jpg",300,169,true],"large":["http:\/\/baugeschichte.tuwien.ac.at\/website\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/clay_07-1-1024x577.jpg",800,451,true],"gs-tiny":["http:\/\/baugeschichte.tuwien.ac.at\/website\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/clay_07-1-scaled.jpg",50,28,false],"xl":["http:\/\/baugeschichte.tuwien.ac.at\/website\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/clay_07-1-1600x902.jpg",1600,902,true],"xxl":["http:\/\/baugeschichte.tuwien.ac.at\/website\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/clay_07-1-2200x1240.jpg",2200,1240,true],"xxxl":["http:\/\/baugeschichte.tuwien.ac.at\/website\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/clay_07-1-2800x1579.jpg",2800,1579,true],"xxxxl":["http:\/\/baugeschichte.tuwien.ac.at\/website\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/clay_07-1-scaled.jpg",2560,1443,false],"xxxxxl":["http:\/\/baugeschichte.tuwien.ac.at\/website\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/clay_07-1-scaled.jpg",2560,1443,false],"1536x1536":["http:\/\/baugeschichte.tuwien.ac.at\/website\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/clay_07-1-1536x866.jpg",1536,866,true],"2048x2048":["http:\/\/baugeschichte.tuwien.ac.at\/website\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/clay_07-1-2048x1155.jpg",2048,1155,true],"tp-image-grid":["http:\/\/baugeschichte.tuwien.ac.at\/website\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/clay_07-1-700x700.jpg",700,700,true]},"rttpg_author":{"display_name":"Margit","author_link":"http:\/\/baugeschichte.tuwien.ac.at\/website\/author\/margit\/"},"rttpg_comment":0,"rttpg_category":"<a href=\"http:\/\/baugeschichte.tuwien.ac.at\/website\/category\/aktuell\/\" rel=\"category tag\">Aktuell<\/a>","rttpg_excerpt":"L\u00e4rmschutzw\u00e4nde (LSW) sind L\u00e4rmschutzvorrichtungen, die die unmittelbare \u00dcbertragung des vom Verkehr ausgehenden Luftschalls hemmen. L\u00e4rmschutzw\u00e4nde bestehen derzeit aus sehr energieintensiven Materialien, wie Beton, Glas, Aluminium impr\u00e4gniertem Holz, Kunststoffen oder Ziegelsteinen. Neben den hohen Kosten und dem hohen Energieaufwand bei der Herstellung ist ein Recyclingprozess bei Ersatz oder R\u00fcckbau nur selten m\u00f6glich. Hier gilt es, preiswerte&hellip;","_links":{"self":[{"href":"http:\/\/baugeschichte.tuwien.ac.at\/website\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7106","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/baugeschichte.tuwien.ac.at\/website\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/baugeschichte.tuwien.ac.at\/website\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/baugeschichte.tuwien.ac.at\/website\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/baugeschichte.tuwien.ac.at\/website\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7106"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/baugeschichte.tuwien.ac.at\/website\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7106\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/baugeschichte.tuwien.ac.at\/website\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7123"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/baugeschichte.tuwien.ac.at\/website\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7106"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/baugeschichte.tuwien.ac.at\/website\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7106"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/baugeschichte.tuwien.ac.at\/website\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7106"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}