Vortragsreihe #4: Wie entstehen Welterbestätten? Nominierungs- und Evaluierungsprozess

Veranstaltungsbild
  • Zeit: 31.01.2019, 19:00 bis 21:00
  • Ort: Hörsaal 7 - Schütte-Lihotzky Hörsaal, Karlsplatz 13, Hof 2, Stiege 7, EG

Dr. Alexandra Kruse –Insitu World Heritage Consulting

Was sind die Voraussetzungen für die Anerkennung als Welterbe? Wer bzw. was, kann überhaupt Welterbe werden? Wer trifft die Entscheidungen – im Land und bei der UNESCO? Wie lange dauert es, bis ein Antrag bewilligt oder abgelehnt wird?

Das Prädikat „UNESCO Welterbe“ gewinnt zunehmend an Beliebtheit, Bekanntheit und Bedeutung und ist doch gleichzeitig ein Buch mit sieben Siegeln. Versuchen wir, etwas Licht ins Dunkel zu bringen: Es gibt zehn Kriterien für Welterbestätten, von denen mindestens eines erfüllt sein muss. Grundvoraussetzung ist, dass eine Stätte „von außergewöhnlichem universellen Wert“ ist. Außerdem müssen die Stätten “echt” und “intakt” sein. Das Aufnahmeverfahren – von der Einreichung der Nominierung bis zur Entscheidung bei der Sitzung des Welterbekomitees – dauert im besten Falle 18 Monate, meist jedoch viele Jahre. Eine Nominierungsidee muss zunächst einmal in die nationale Vorschlagsliste eines Landes (Tentative list) eingetragen sein, bevor sie überhaupt in das internationale Verfahren eintreten kann. Im Auftrag des UNESCO-Welterbekomitees bewerten Experten des Internationalen Rats für Denkmalpflege (ICOMOS) bzw. der Weltnaturschutzunion (IUCN), die vollständigen Anträge. Auf Grundlage ihrer Empfehlungen entscheidet das Welterbekomitee, das sich aus Vertretern von 21 Vertragsstaaten der Welterbekonvention zusammensetzt, über die Aufnahme in die Welterbeliste.

Der Vortrag beschreibt die Voraussetzungen, das Nominierungsverfahren sowie den Evaluierungsprozess und geht auf kritische Punkte ein.

Dr. Alexandra Kruse, Jahrgang 1968, arbeitet seit 20 Jahren als selbständige Gutachterin, Beraterin, Wissenschaftlerin und Publizistin. Ihre Schwerpunkte liegen im Bereich des UNESCO Welterbes und damit verwandter Themen inkl. dem Erstellen von Management- und Monitoringplänen sowie der Erarbeitung von Nomnierungsdossiers. In den letzten Jahren arbeitete sie an der Nominierung der „Buchenwälder in Europa“, „Grand Pré“ (Kanada), „Jüdischer Friedhof Hamburg Altona“ (Deutschland), „Großglockner Hochalpenstraße“ (Österreich). 2006 gründete sie das europäische Netzwerk EUCALAND-Netzwerk (European Culture expressed in Agricultural Landscapes) um Akteure unterschiedlicher Fachrichtungen in gemeinsamen Projekten zusammenzubringen. Seit 2010 ist sie Direktorin der Welterbeplattform insituo World Heritage consulting.

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