Sepulkralarchitektur an der Via Appia Antica

Die Bautengruppe  der Sepulkralarchitektur stellt eine der berührendsten in der Baugeschichte dar. Kein Bautyp erlaubt einen so tiefen Einblick in soziale Strukturen, Repräsentationswillen und –möglichkeiten sowie  in die Lebensumstände der Bau- bzw. Grabherren. Immer wieder waren und sind „Letzte Häuser “ Forschungsthema des Fachgebiets, seit 2017 liegt ein Fokus auf denen der Via Appia Antica in Rom, nicht zuletzt auf den Tempelmausoleen. In Kooperation mit der Direzione del Parco Archeologico dell’Appia Antica (Rita Paris, Direttore; Bartolomeo Mazzotta, Archäologie) / jetzt: Soprintendenza Speciale Archeologia, Belle Arti e Paesaggio di Roma) wurden in den vergangenen Jahren im Rahmen des Master-Moduls „Baugeschichte | Bauforschung“ ausgewählte Grabanlagen von den Studierenden bauarchäologisch dokumentiert und analysiert, so u.a. die so genannte Berretta del Prete, das benachbarte Ädikulamausoleum (bezeichnet als Tomba di P. Licinianus) und drei der Sepolcri in Laterizio im Bereich des fünften Meilensteins (V miglio).

Die Monumente werden zunächst von den Studierenden verformungsgerecht dokumentiert, wobei die Aufnahmemethoden von Handaufmaß bis Hightech spannen. Die Untersuchungen befassen sich mit den Themen Baumaterial,  Bautechnik und Bauabläufe. Die Ergebnisse münden in Rekonstruktionsvorschlägen für die Grabbauten sowie Hypothesen zu den verschiedenen Bau- und Konsolidierungsphasen der Anlagen. Die Bau- und Zerstörungsgeschichte der Via Appia Antica selbst über die Jahrhunderte stellt einen weiteren  Forschungsschwerpunkt dar, von der Regina Viarum der Antike über Luigi Caninas Freilichtmuseum mit seinen malerischen  “Scenografie“ im 19. Jahrhundert  bis hin zum heute lebhaft genutzten, städtischen Freizeitpark.

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