Die Diplomthemenbörse ist ein Angebot des FoB Baugeschichte Bauforschung für Studierende die auf der Suche nach einem Diplomarbeitsthema sind. Hier werden laufend neue Diplomthemen des FoB Baugeschichte Bauforschung vorgestellt, die im Rahmen einer Diplomarbeit an der TU-Wien, Fakultät für Architektur und Raumplanung von Ihnen bearbeitet werden können.
Wenn Sie Sich für ein Diplomthema bewerben wollen, schreiben Sie bitte eine Email an die jeweils angegebene Kontaktperson.
Fügen Sie der Bewerbung bitte ein kurzes Motivationsschreiben (max. 200 Wörter) bei!

Das Ensemble von Schloss Heiligenkreuz-Gutenbrunn stellt ein historisch gewachsenes Baugefüge mit unterschiedlichen Bauphasen und Funktionsbereichen dar. Die Anlage umfasst unter anderem Kapelle mit Nebenräumen, Festtrakt, Prachtstiegenhaus, Alumnatstrakt sowie Kirche mit Sakristei. Ihre heutige Erscheinung ist das Ergebnis vielschichtiger baulicher Veränderungen, Nutzungsanpassungen und restauratorischer Eingriffe.
Ziel ist die systematische Erfassung und wissenschaftliche Aufarbeitung des Bestandes. Jede der fünf Diplomarbeiten widmet sich einem klar definierten Teilbereich des Ensembles und untersucht dessen Baugeschichte, räumliche Struktur, konstruktive Ausformung und Erhaltungszustand. Neben der historischen Recherche steht die präzise bauliche Dokumentation im Mittelpunkt.
– Umfassende Bestandsaufnahme und Vermessung des jeweiligen Teilbereichs.
– Archivalische und literaturgestützte Recherche zur Bau- und Nutzungsgeschichte, ggf. Laboruntersuchungen, statische Untersuchungen
– Erstellung von Baualtersplänen.
– Detaillierte bauhistorische Analyse (Konstruktion, Materialien, Umbauphasen).
– Erstellung einer Schadenskartierung.
– Entwicklung eines Restaurierungskonzepts.
– Konzeption einer Neunutzung als Machbarkeitsstudie
– Bauaufnahme (händisch und digital) mit zeichnerischer Dokumentation.
– Kartierung von Bauphasen, Materialien und Schadensbildern.
– Archivrecherche und Auswertung historischer Pläne und Quellen.
– Erstellung einer 3D-Nachbildung zur Darstellung der Bauentwicklung.
– Denkmalpflegerische Analyse und restauratorische Bewertung.
– Entwicklung eines Nutzungskonzepts unter Berücksichtigung funktionaler, wirtschaftlicher und denkmalpflegerischer Parameter.
Die Arbeiten sollen eine fundierte bauhistorische Grundlage für die zukünftige Sicherung und Entwicklung des Ensembles schaffen. Durch die Verbindung von Bestandsdokumentation, Baualtersanalyse, Schadenskartierung und Restaurierungskonzept wird ein wissenschaftlich abgesichertes Instrumentarium für den denkmalgerechten Umgang mit dem Bestand erarbeitet.
Die Machbarkeitsstudie zur Neunutzung soll aufzeigen, wie historische Substanz, funktionale Anforderungen und nachhaltige Entwicklung in Einklang gebracht werden können. Es handelt sich um ein Themendiplom, an dem bis zu 5 DiplomandInnen teilnehmen können.

Die historischen Kellergassen in Niederösterreich stellen eine charakteristische Bau- und Kulturlandschaft dar, deren Entstehung eng mit dem Weinbau verbunden ist. Ihre Presshäuser und Kellerbauten zeigen eine Vielzahl regionaltypischer Konstruktionen, Materialien und handwerklicher Details, die bislang nur punktuell systematisch erfasst wurden.
Ziel der Arbeit ist die bauhistorische Untersuchung ausgewählter Kellergassen mit besonderem Fokus auf traditionelle Bautechniken und konstruktive Details. Aufbauend auf Vermessung und Dokumentation wird ein Bauteilkatalog entwickelt, der typische Elemente wie Wutzelmauerwerk, Quaderstockmauerwerk, Patschokkieren, Segmentbogen, Holzüberlager, Scherendach, Staffelgesims, Giebelgesims, Schopfwalm, Krüppelwalm, Giebelladen, Giebelschalung, Wiener Tasche, Schlagleiste, Gaittürl, Tramdecke, Vorkappel, Schildmauer oder Zahnschnitt systematisch beschreibt und illustriert.
Ergänzend entsteht eine historische Detailsammlung mit maßstäblicher Aufnahme und zeichnerischer Ausarbeitung ausgewählter Konstruktionselemente (z. B. Staffelgesims, Ziegelformate, Zahnschnitt), unter Einbeziehung einschlägiger Literatur und archivalischer Quellen.
–Systematische Erfassung und Analyse historischer Bautechniken der Kellergassen.
– Entwicklung eines strukturierten Bauteilkatalogs mit Terminologie, Beschreibung und Bildmaterial.
– Vermessung und zeichnerische Dokumentation ausgewählter Baudetails.
– Typologische Einordnung konstruktiver und gestalterischer Elemente.
– Erhebung typischer Schadensfelder.
– Formulierung geeigneter Sanierungsoptionen.
– Bauaufnahme durch händisches und digitales Vermessen.
– Fotografische Dokumentation sowie Drohnenaufnahmen zur Erfassung der Gesamtstrukturen.
– Erstellung maßstäblicher Detailzeichnungen.
– Kartierung von Konstruktionen, Materialien und Schadensbildern.
– Entwicklung von 3D-Visualisierungen zur Veranschaulichung konstruktiver Zusammenhänge.
– Literatur- und Quellenrecherche zu regionalen Bauformen und historischen Handwerkstechniken.
Die Arbeit soll zur wissenschaftlich fundierten Dokumentation historischer Bautechniken der Kellergassen beitragen und ein systematisches Nachschlagewerk in Form eines Bauteilkatalogs schaffen.
Darüber hinaus wird ein praxisorientierter Katalog typischer Schadensfelder mit entsprechenden Sanierungsoptionen entwickelt, der als Grundlage für denkmalgerechte Instandsetzungsmaßnahmen dienen kann. Ziel ist es, die bauliche und handwerkliche Vielfalt der Kellergassen zu sichern, verständlich zu machen und für zukünftige Erhaltungsstrategien nutzbar aufzubereiten.

Die historischen Kellergassen in Niederösterreich sind eng mit der regionalen Weinkultur verbunden und bilden ein identitätsstiftendes Ensemble aus Presshäusern, Kellern und zugehörigen Freiräumen. Neben ihrer traditionellen Funktion als Orte der Weinproduktion und -lagerung stehen viele Anlagen heute vor neuen wirtschaftlichen, funktionalen und denkmalpflegerischen Herausforderungen.
Die Arbeit untersucht Möglichkeiten der Revitalisierung und nachhaltigen Nutzung historischer Kellergassen im Kontext des zeitgenössischen Weinbaus und Weinmarketings. Aufbauend auf bestehenden Beispielsammlungen (u. a. Johannes Rieder) werden unterschiedliche Nutzungstypen analysiert und kategorisiert – von der Weiterführung der Produktion und Lagerung über Direktvermarktung und Verkostung bis hin zu kulturellen oder touristischen Ergänzungsfunktionen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der sensiblen Integration neuer Nutzungen unter Erhalt historischer Bausubstanz und charakteristischer Details.
– Dokumentation unterschiedlicher Nutzungsformen von Kellern, Presshäusern und Ensembles im weinbaulichen Kontext.
– Analyse der Anforderungen an Produktion, Lagerung und Vermarktung von Wein in historischen Strukturen.
– Untersuchung von Nutzungstypologien und deren räumlichen Auswirkungen.
– Entwicklung von Best-Practice-Sammlungen.
– Erarbeitung von Sanierungsoptionen für Produktion und Lagerung.
– Konzepterstellung anhand eines ausgewählten Fallbeispiels (Entwurf mit Fokus auf Erhalt historischer Details).
– Vor-Ort-Dokumentation ausgewählter Kellergassen.
– Durchführung von Interviews mit Winzer:innen, Eigentümer:innen und Expert:innen.
– Literatur- und Quellenrecherche zu Weinbau, Baukultur und Regionalentwicklung.
– Kartierung von Nutzungen, Bauzuständen und funktionalen Zusammenhängen.
– Entwicklung von 3D-Visualisierungen zur Darstellung von Umnutzungs- und Revitalisierungsszenarien.
– Entwurfliche Vertiefung eines Fallbeispiels unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten.
Ziel der Arbeit ist es, unterschiedliche Strategien zur nachhaltigen Nutzung historischer Kellergassen systematisch zu erfassen und zu bewerten. Die Untersuchung soll aufzeigen, wie Produktion, Lagerung und Vermarktung von Wein in historischer Bausubstanz qualitätsvoll weitergeführt werden können.
Durch die Erstellung von Best-Practice-Sammlungen und die Entwicklung konkreter Sanierungs- und Nutzungskonzepte wird ein praxisorientierter Leitfaden erarbeitet, der zur langfristigen Sicherung und Weiterentwicklung der Kellergassen als Produktions-, Kultur- und Identitätsräume beiträgt.
Fotocredits:
Marina Döring-Williams







Ein Lift ins Mittelalter: Erschließung des Borgo von Genazzano
Beschreibung der Ausgangssituation:
Genazzano liegt in Latium (Mittelitalien), in den Monti Prenestini, einer Gebirgsregion südöstlich von Rom. Der Ort erstreckt sich auf einer pittoresken, steil abfallenden Tuffformation und gehört zu den charakteristischen borghi (befestigte Höhensiedlungen) mit rocca (Festung) des mittelalterlichen Italiens. Nahezu uneinnehmbare Festungen!
Das ist auch heute nicht viel anders. Die am Fuß der Felsen reichlich befindlichen Parkplätze werden nicht ausgenutzt, weil der Anstieg hoch in die Gassen des mittelalterlichen Borgo etwa 200 unregelmäßige und teilweise schlecht befestigte Stufen bedeutet. Schon für mäßig Trainierte eine Herausforderung, für viele unüberwindlich. Barrierefreiheit – gar nicht dran zu denken!
Logische Folge ist, dass die Autos lieber direkt im historischen Zentrum geparkt werden. Die engen mittelalterlichen Gassen, die kleinen Piazze und die Treppen der Kirchen sind mit Fahrzeugen blockiert, sodass man sich zu Fuß nur mühsam durch diese Hindernisse bewegen und immer wieder ausweichen muss, wenn Fahrzeuge durch den Borgo fahren.
PRO: Es spricht also einiges dafür, den Autoverkehr einzudämmen.
CONTRA: Gleichzeitig befürchten Geschäftsleute, dass ohne Autos und bei zunehmendem Leerstand weniger Kundschaft in den Ortskern kommt.
FAZIT: Es fehlt eine praktikable Alternative, auch ohne Auto bequem in den Borgo zu gelangen.
Die Idee ist daher, Entwurfskonzepte / Studien zu erstellen, die auf Basis einer komplexen Analyse der topografischen, räumlichen und architektonischen Gegebenheiten Lösungsansätze für die Erschließung des Ortes findet: Vertikale Mobilität im historischen Kontext!
– Analyse und Konzeptentwurf zu Positionierung, Konstruktion und Funktion von Aufzug & Co. vom Parkplatz am Fuß der Felsenfomationen direkt in den mittelalterlichen Borgo.
Annäherung an die Thematik:
– Recherche zu Vergleichsanlagen mit Vertikaltransport (Aufzüge, Rolltreppen, Funiculari etc.) ins historische Zentrum: z.B. Perugia, Carpineto, Genua, Bergamo, Orvieto – Wissensaneignung, Expertisebildung, Kompetenzgewinnung zu Geschichte, Chronologie, Kategorien etc.
– Kritische Auseinandersetzung mit ausgewählten Beispielen: Untersuchung der Konstruktionen und Baumaterialien, deren (Einsatz-)Möglichkeiten und Grenzen etc.
– Prinzipielles zum Bau mit Tuffstein bzw. Felsenarchitektur
> wissenschaftliches Arbeiten mit Literaturrecherche
Annäherung an eine Umsetzung in Genazzano
– Ortsanalyse: Studie/n zu möglicher/n Positionierung/en:
– Dokumentation und Analyse des Bestands: Fels und Mauern, geplanter Approach
– Interviews, partizipatorische Konzepte mit den potenziellen NutzerInnen
KONZEPTENTWURF:
– Ausarbeitung eines konkreten Konzeptentwurfs als Vorschlag für einen solchen Vertikaltransport in Genazzano
>>> mehrere Arbeiten mit unterschiedlichen Lösungsansätzen und unterschiedlicher Positionierung sind möglich!
– Wissensaneignung, Expertisebildung, Kompetenzgewinnung zu Themen wie Bauen im Bestand, Vertikaltransport im städtischen und/oder historischen Kontext, partizipatives Planen und Bauen, Felsenarchitektur (rock architecture) etcetcetc.
– Realitätsbezogene, wissensbasierte und fundierte Lösungsvorschläge zum Thema “Ein Lift ins Mittelalter für Genazzano”
– Bauen mit und im Tuffstein
Fotocredits:
Marina Döring-Williams




Der Marmorfußboden der Kirche San Nicola in Genazzano zeigt die Technik des opus tassellatum mit großformatigen, kreisförmigen rotae (Rädern). Seine heutige Gestalt wird in die Zeit Papst Martins V. (Oddone Colonna, * 1368 in Genazzano; † 20. Februar 1431 in Rom) datiert. Für die Ausführung wurden Spolien aus antiken Marmorsorten verwendet, darunter farbige und exotische Gesteine, die ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und darüber hinaus importiert worden waren.
Ein direktes Vergleichsbeispiel bietet der tassellatum-Boden in San Giovanni in Laterano in Rom, der ebenfalls unter Martin V. erneuert wurde. Während dort eine römische Materialherkunft nahe liegt, könnte der Boden in Genazzano auch auf antike Bauten im lokalen Umfeld (kaiserzeitliche Villenanlagen, Tempel, Heiligtümer, Mausoleen) zurückgehen.
– Dokumentation des Cosmati-Bodens in San Nicola.
– Bestimmung und Klassifikation der verwendeten Marmorsorten.
– Analyse der Ornamenttypen.
– Vergleich mit dem Lateranboden.
– Photogrammetrische Dokumentation des Bodens in San Nicola (Einführung am FOB)
– Kartierung bekannter antiker Fundorte in der Umgebung (gut belegt!) als mögliche Spolienquellen
– Literaturrecherche zu antiken Marmorsorten und zur Cosmati-Tradition.
– Typologische und materialkundliche Auswertung.
Ein Vergleich mit dem zeitgleich erneuerten Boden in San Giovanni in Laterano soll klären, ob beide Werke ähnliche Strategien der Materialverwendung und Ornamentgestaltung zeigen (Identifikation von Charakteristiken, Unterschieden, „Handschriften“ im Verlegemuster etc.). Ziel ist es, die Herkunft der verwendeten Marmore und die Praxis der Wiederverwendung (re-uso) im frühen 15. Jahrhundert besser zu verstehen.
Fotocredits:
Dörte Kuhlmann

Das Kellerviertel von Heiligenbrunn im Südburgenland steht unter Denkmalschutz und ist bis heute sehr gut erhalten. Allerdings braucht es ein tragfähiges neues Nutzungskonzept, mit dem gesichert werden kann, dass der Bestand auch wirtschaftlich sinnvoll genutzt und damit erhalten werden kann.
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