Werkstatt Architekturforschung

Vortragsreihe Winter 2025
Montags & Mittwochs 17:00 - 18:30 Uhr

Mit der hybriden Vortragsreihe „Werkstatt Architekturforschung” möchte das Institut für Kunstgeschichte, Bauforschung und Denkmalpflege der TU Wien vor allem Nachwuchswissenschaftler:innen ein Forum für den interdisziplinären Austausch über architektur-, kunst- und designgeschichtliche sowie denkmalpflegerische Forschungen und praktische Ansätze bieten. Neben der Präsentation aktueller Projekte, Fragestellungen und methodischer Ansätze soll insbesondere auch die gemeinsame Diskussion wesentlich für das Format sein und ihm so den Charakter eines kollegialen Werkstattgesprächs verleihen.

Die Vorträge finden im Wintersemester 2025 am 27. November 2025, 15. Dezember 2025 und 22. Januar 2026 an der TU Wien, Seminarraum E251.1 statt & online via tuwien.zoom.us/j/96072024922 (jeweils um 17:00).

Programm

27.11.2025 – 17:00 – E251.1 & via Zoom
Tiago Matthes
ETH Zürich, Lehrstuhl für Konstruktionserbe und Denkmalpflege
Systembau oder Bausystem? Der ETH Campus Hönggerberg zwischen Modularität und Ortbeton

15.12.2025 – 17:00 – via Zoom
Roberta Santarelli 
Sapienza Università di Roma
The area of the so-called Mausoleum of Romulus along the ancient Appian Way. Topographical and analytical study of the archaeological structures.

 

22.01.2026 – 17:00 – E251.1 & via Zoom
Sandro Weilenmann
Walter Benjamin Kolleg, Universität Bern
Phallische Zungen. Stimme, Performance und negative Räume.

Tiago Matthes
(ETH Zürich, Lehrstuhl für Konstruktionserbe und Denkmalpflege)

Systembau oder Bausystem?
Der ETH Campus Hönggerberg zwischen Modularität und Ortbeton

Der Vortrag stellt eine von der Arbeitsgruppe «System & Serie» der ICOMOS Suisse (2022) vorgeschlagene definitorische Abgrenzung zwischen Systembau (modulare und vorgefertigte Bauweise) und Bausystem kritisch zur Disposition. Zwei Fallbeispiele im schweizerischen Fachdiskurs der 1960er Jahre werden hierzu einander gegenübergestellt: Albert Heinrich Steiners Systembau für die erste Ausbauphase (1961–1973) der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) und Heinz Ronners Ausstellung «Bausysteme» (1969), die er während der Bauzeit der Außenstationen im ETH-Hauptgebäude zeigte. Steiner entwickelte für den Campus auf der Grundlage von patentierten Bauprodukten und rationalisierten Bauprozessen – so das Argument des Vortrags – einen Systembau, verwendete aber, für diese Zeit untypisch, kein standardisiertes Bausystem. Durch den Vergleich mit den für die ETH-Ausstellung selektierten fünf patentierten Skelettbausystemen wird entlang der Patentgeschichte der Bauelemente und -systeme eine kritische Historisierung unternommen.

Roberta Santarelli 
(Sapienza Università di Roma)

The area of the so-called Mausoleum of Romulus along the ancient Appian Way. Topographical and analytical study of the archaeological structures.

This research analyses the Mausoleum of Romulus and its Quadriportico, one of the three main components of the Maxentian complex along the Ancient Appian Way in Rome. Through an integrated approach combining autoptic analysis of the masonry, terrestrial and drone-based photogrammetry, GPR surveys, and archival research, a detailed 3D reconstruction was developed. The study proposes a new architectural interpretation aimed at clarifying whether the complex was completed or left unfinished.

Sandro Weilenmann 
(Walter Benjamin Kolleg, Universität Bern)

Phallische Zungen.
Stimme, Performance und negative Räume

Die zunehmende Beliebtheit der Stimme in der zeitgenössischen Kunst bringt methodologische Herausforderungen für eine vorwiegend visuell orientierte Kunstgeschichte mit sich. Während sich die Disziplin primär auf Bildlichkeit und Ikonizität konzentriert hat, fehlen vergleichbare Rahmenwerke für den vokalen Ausdruck. Dieser Vortrag verfolgt die Entstehung neuer Stimmstrategien und deren heutiger Resonanzräume zurück zu konzeptuellen und feministischen Kunstpraktiken der 1960er- und 1970er-Jahre. Wie veränderten Stimmaufnahmen das Verhältnis zwischen Werk, Künstler:in und Publikum? Welche neuen Arten von Körperlichkeit sowie räumlicher und ästhetischer Formgebung ließen sie zu?