Tragendes Lehmsteinmauerwerk bietet als CO₂-arme und voll kreislauffähige Bauart ein großes Potenzial für ein klimagerechteres Bauen. Mit der Einführung der DIN 18940 im Jahr 2023 hat der tragende Lehmbau in Deutschland den Sprung in die normative Planungssicherheit geschafft. Die neue Norm, welche die Konstruktion, Bemessung und Ausführung regelt, hat den Anwendungsbereich von tragenden Lehmsteinmauerwerk enorm erweitert und ermöglicht bis zu fünfgeschossige Gebäude.
Der Vortrag bietet eine fundierte Einführung mit der DIN 18940. Es wird insbesondere beleuchtet, wie der Einfluss von Feuchte auf die Tragfähigkeit sowohl konstruktiv als auch bemessungstechnisch berücksichtigt wird. Anhand von Praxisbeispielen werden Besonderheiten in Konstruktion und Ausführung greifbar gemacht. Den Abschluss bildet eine Gegenüberstellung mit gängigen Mauerwerksbaustoffen hinsichtlich Tragfähigkeit, Schall- und Brandschutz sowie Ökobilanz.





06. Juni 2026 19:00
TU Wien – HS 7
Johanna Baier
Johanna Baier sammelte ihre ersten Erfahrungen mit dem Baustoff Lehm im Rahmen ihrer Masterarbeit. Als Gastmitglied im Normenausschuss wirkte sie an der Erarbeitung der Bemessungsnorm DIN 18940 mit. Sie war mehrere Jahre als Tragwerksplanerin mit Schwerpunkt Holz- und Erdbau tätig. Seit 2024 forscht sie an der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) in Berlin an den Grundlagen eines semiprobabilistischen Bemessungskonzepts für Stampflehm.