Frank Lloyd Wright und die Prairie School

Frank Lloyd Wright und die Prairie School
Projektzeitraum: seit März 2016
Projektleitung: Maria-Gabriela Dittrich
Projektfinanzierung Eigenprojekt, Teilfördergeber: FFG
Projektteam: Maria-Gabriela Dittrich, Marlene Asamer, Anna Bente, Clemens Braun, Lena Burkert, Domenica Friesenecker, Alexandra Kilarski, Barbara Karl-Hillepold, Lina Lamatkhanova, Lisa Schleuter
Projektpartner: IVA – Institut für vergleichende Architekturforschung

Projektinhalt:

Frank Lloyd Wright gilt als einer der bedeutendsten US-amerikanischen Architekten, wenn nicht als DER einflussreichste Vertreter seines Berufsstandes in den USA im 20. Jahrhundert. Zu Beginn seiner Karriere entwickelte er zwischen ca. 1900 und 1910 den so genannten Prairie Style. Dieser neue Architekturstil, der vorwiegend für Einfamilienhäuser zum Einsatz kam, wird – abgesehen von der namen- und umgebenden Landschaft, der Prairie – durch typische Eigenschaften wie Horizontalität, weit auskragende Dächer, den fließenden Übergang zwischen Innen- und Außenraum, offene Grundrisse, deren Zentrum der Kamin bildet, Ehrlichkeit der verwendeten Materialien und die Anwendung eines Gesamtkonzepts, bei dem das Mobiliar und die Haustechnik in das jeweilige Projekt integriert werden, charakterisiert.

Die neue Stilrichtung wurde von Zeitgenossen und ehemaligen Kollegen Wrights aufgegriffen und angewandt, die bekanntesten unter ihnen sind Walter B. Griffin, dessen spätere Ehefrau Marion Mahon[e]y, Dwight H. Perkins, George W. Maher, William Drummond, Robert C. Spencer Jr., Barry Byrne, John S. Van Bergen, Hugh M.G. Garden, Thomas E. Tallmadge und sein Partner Vernon S. Watson, Percy D. Bentley sowie die neben Wright und Sullivan wahrscheinlich bekanntesten Vertreter William G. Purcell und George G. Elmslie.

Der Prairie Style entwickelte sich zur Prairie School und verbreitete sich ausgehend von diversen Vororten Chicagos, wie z.B. Oak Park, Illinois, dem Standort von Wrights Home and Studio, und dem benachbarten River Forest, zunächst im Mittleren Westen der USA, bevor er von Vertretern wie etwa Henry C. Trost in Texas, Henry J. Klutho in Florida und Antonin Nechodoma gar in der Karibik angewandt wurde. Auch der ursprüngliche Schwerpunkt des Prairie Styles auf die Bautypen Einfamilienhaus und Bankgebäude wurde im Laufe der Verbreitung stark erweitert, so finden sich unter den ausgeführten Bauten z.B. Sakralbauten, Kindergärten und Schulen, Gastronomiebetriebe sowie Büro- und Industriebauten und Department Stores.

Im Zuge dieses Projektes der „Forschung in der Lehre“ sollen Prairie Style- und Prairie School Projekte der oben angeführten Architekten untersucht, analysiert, und mit ausgeführten Projekten von Frank Lloyd Wright und dessen Mentor Louis Sullivan verglichen werden. Ziel dabei ist es, herauszufinden, inwieweit die Zeitgenossen Wrights ihr architektonisches Vorbild kopierten, welche Motive sie für ihre eigenen Projekte übernahmen, ob für sie eine persönliche Auslegung bzw. Weiterentwicklung des Prairie Styles möglich war und inwieweit durch dessen „Transport“ in diverse andere Regionen Aspekte wie lokale Landschaft, Vegetation und Klima Einfluss auf die Entwürfe nahmen. Des Weiteren gilt zu klären, warum auch Architekten, die niemals persönlichen Kontakt zu Frank Lloyd Wright hatten, wie etwa Percy D. Bentley, im Prairie Style bauten.

Die im Rahmen des Wahlseminars „Vergleichende Baugeschichte“ im Sommersemester 2016 entstandenen Wahlseminararbeiten sollen in einer Sammelpublikation veröffentlicht werden. Die von den Studierenden gewählten Projekte und Vergleichsobjekte in Chicago, Oak Park, River Forest, Highland Park, Hyde Park, Brookfield und Kankakee, IL, wurden bereits im August 2016 von der Herausgeberin und Leiterin der LVA besucht, fotografiert und dokumentiert.

Bradley House, Kankakee, Illinois,
Frank Lloyd Wright
Carl Schurz High School, Chicago,
Dwight Perkins